Das war 2017

Prof. Dr. Frank Nestmann, geboren1949, ist Diplompsychologe und war bis 2014 Inhaber des Lehrstuhls für Beratung und soziale Beziehungen an der Technischen Universität Dresden. Seit vielen Jahren gehört die Mensch-Tier-Beziehung zu seinen Forschungsschwerpunkten. Er studierte die Wirkung von Tieren auf Menschen unterschiedlichster Altersgruppen und mit verschiedensten Vorgeschichten – vom auffälligen Kind oder Jugendlichen bis hin zu an Demenz erkrankten Bewohnern von Senioreneinrichtungen.

2016 wurde Nestmann mit dem Preis der deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie ausgezeichnet.

Prof. Dr. Marcelo Sánchez, geboren 1970 in Buenos Aires, ist am Paläontologischen Institut der Universität Zürich tätig. Der Argentinier forscht zum Thema Domestikation und untersucht unter anderem die Evolution des Körperbaus von Wirbeltieren. Zwar wurde er vor allem durch den Fund eines Saurierskeletts in Venezuela bekannt, doch Tyrannosaurus & Co. zählen nicht zu seinen Forschungsschwerpunkten. Es sind die moderneren, evolutionsgeschichtlich viel jüngeren Säugetiere – und ihre Domestikation.

Sánchez beschreibt beim ANIMALICUM, wie und warum unterschiedlichste Tiere zum Menschen fanden, welche Vorteile sich für beide Partner aus dem Zusammenleben ergaben, welchen Sonderfall die Katze darstellt und welcher Kult in der Geschichte um die Samtpfoten betrieben wurde.

Birga Dexel wurde bekannt durch die Sendungen „Katzenjammer“, „hundkatzemaus“ und aktuell „3 Engel für Tiere“ auf VOX, in denen sie verzweifelten Katzenbesitzern in problematischen Situationen Lösungswege aufzeigt. Es ist gleichermaßen faszinierend und erschreckend, was im Zusammenleben mit der Katze so alles schief laufen kann und wie schnell man als Mensch gravierende Fehler begeht.

Birga Dexel betreibt eine Praxis als Verhaltenstherapeutin für Katzen in Berlin. Ihr Ziel ist es immer, das Lebensumfeld der Katze so zu verbessern, dass die Beziehung zwischen Mensch und Katze wieder ins Lot kommt, sich im besten Fall sogar intensiviert. Beim ANIMALICUM präsentiert sie knifflige Fälle aus der Praxis. Und natürlich die passenden Lösungswege.

Prof. Dr. Susanne Schötz, ist Phonetikerin an der Universität von Lund, Schweden. Sie hat ein ganzes Forscherteam zusammengestellt, um bis zum Jahr 2021 den Katzen-Code der Kommunikation zu knacken. Was wir schon wissen: Katzen geben Laute nur deshalb von sich, weil sie gelernt haben, dass wir Menschen darauf reagieren. Untereinander miauen Katzen eigentlich nie. Katzenbesitzer wissen es: Je nach Miau-Tonlage reagiert man schneller oder gemächlicher.

Um zu klären, was unterschiedliches Miauen und Schnurren bedeuten, zeichnet Schötz die Laute in verschiedenen Situationen auf. Freude, Ärger, Hunger oder andere Gefühle – Susanne Schötz ist den Geheimnissen der Vokalisation auf der Spur. Und erlebt dabei viele Überraschungen.

Prof Dr. Peter Berthold, geb. 1939, ist eigenen Angaben zufolge nicht nur Ornithologe, sondern Ornithomane, vielleicht gar Ornithopath. Seine durchschlagenden Erkenntnisse über den Vogelzug veränderten die Welt der Wissenschaft. Er ist Prof. em. der Universität Konstanz und leitete von 1991 bis 2004 die Vogelwarte Radolfzell des Max Planck-Instituts für Ornithologie, wo er insgesamt über 60 Jahre tätig war.

Seit seiner Emeritierung widmet sich Berthold im Rahmen der Heinz-Sielmann-Stiftung ganz dem Schutz der Artenvielfalt. Zu diesem Zweck rief er den Biotopverbund Bodensee ins Leben, dem inzwischen über 100 Projekte angehören. Singvögel, Amphibien, Reptilien und Kleinsäuger finden hier Zuhause. Wären da nicht diese vielen Katzen…

Dr. Rosmarie Poskocil ist Tierärztin in Opponitz, einer kleinen Gemeinde in Niederösterreich. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt in den Bereichen der Verhaltensmedizin für Tiere, tierpsychologischer Beratung und in der tiergestützten Therapie.

2008 gründete Poskocil, die auch Fachtierärztin für Homöopathie ist, den Verein „humani“ zur Förderung der Mensch-Tier-Beziehung.

In einer wissenschaftlichen Arbeit untersuchte sie die Lebensbedingungen und die Wirksamkeit von Katzen in Pflegeheimen – mit teils verblüffenden und nicht nur rosigen Ergebnissen.